Seminar zur Mitarbeiterbeteiligung

ein Seminar der GPA-DJP Bildungsabteilung:

Die „MitarbeiterInnenbeteiligung“ erlebt zur zeit in Österreich eine breite öffentliche Diskussion.
MitarbeiterInnen können am Unternehmen in Form einer Kapitalbeteiligung am Unternehmen oder am Ergebnis bzw. dem Gewinn in Form einer Gewinnbeteiligung beteiligt werden. Kapitalbeteiligungen gibt es vorwiegend in größeren börsennotierten Aktiengesellschaften.

Wann: Do, 03. April bis Fr, 04. April 2008
Wo: Seminar- und Eventhotel Krainerhütte


Thema des Seminars
Die aktuelle Diskussion zielt auf eine Beteiligung am Gewinn ab. Gewinnbeteiligungsmodelle sind flexible Einkommensbestandteile, die längerfristig höchst unsicher sind. Mit diesen flexiblen Modellen wollen sich die Unternehmer konstante, höhere Löhne und Gehälter ersparen. Zusätzlich birgt dieses Modell eine weitere Gefahr der Entsolidarisierung in sich, weil die KV-Abschlüsse in den Industriebereichen immer eine Leitlinie für andere KV-Verhandlungen sind. Niedrige IST-Lohner höhungen zu Gunsten von Gewinnbeteiligungsmodellen würden sich womöglich ungünstig auf die nachfolgenden Verhandlungsrunden z.B. im Handel auswirken.

Zielgruppe
Betriebsrätinnen und Betriebsräte mit Mitgliedschaft bei der GPA-DJP.
Es werden vor allem BR-Mitglieder angesprochen, die eine konkrete Beratung zu diesem Thema benötigen und Betriebsräte, deren Betriebe/Unternehmen vor der Einführung von Beteiligungsmodellen stehen.

TrainerInnen
Mag. Andrea Komar (GPA-DJP Rechtsabteilung),
Mag. Heinz Leitsmüller (AK Abteilung Betriebswirtschaft),
Mag. David Mum (GPA-DJP Grundsatzabteilung)
Mag. Alexander Rauner (WKÖ)

Zielsetzungen des Seminars

  • Die TeilnehmerInnen haben eine Übersicht über die unterschiedlichen Modelle.
  • Sie kennen die Position der GPA-DJP zur MitarbeiterInnenbeteiligung.
  • Die TeilnehmerInnen wissen worauf sie bei Einführung von Gewinn- oder Erfolgsbeteiligungsmodellen besonders achten müssen.
  • Es ist klar was man durch eine Betriebsvereinbarung regeln kann und was nicht.

Inhalte

  1. Beteiligung am Gewinn versus Lohnerhöhung.
    Neben der Kapitalbeteiligung, bei der die ArbeitnehmerInnen quasi zu MiteigentümerInnen werden, ist in der öffentlichen Diskussion vor allem die Gewinnbeteiligung relevant. Welche Vor- und Nachteile ergeben sich durch diese Beteiligungsarten?
  2. Wie bewertet die GPA-DJP die unterschiedlichen Beteiligungsformen?
    Wie sehen die gewerkschaftlichen Positionen dazu aus? Welche Überlegungen führten zu den Ergebnissen (hängt vom Zeitpunkt des Seminars ab und ob es kollektivvertragliche Vereinbarungen gibt)?
  3. Sollen Gewinnbeteiligungen per Gesetz, Kollektivvertrag oder Betriebsvereinbarung geregelt werden?
    Wie sind die kollektivvertraglichen Vereinbarungen im Betrieb anzuwenden? Welche arbeitsrechtlichen und steuerrechtlichen Bestimmungen sind relevant?
  4. Erarbeitung einer konkreten Vorgangsweise und Strategie für die Einführung von Beteiligungsformen aus Sicht von BR-Körperschaften unter Berücksichtigung aller relevanten Fragen für ArbeitnehmerInnen.

Anmeldung
GPA-DJP Bildungsabteilung, 1034 Wien, Alfred-Dallinger-Platz 1
Sabine Irblich-Mrazek
Telefon 050301-21329
Fax: 050301-71329
E-Mail: sabine.irblich-mrazek@gpa-djp.at
Per Internet über die Homepage der GPA-DJP

Seminarfeedback:

Anregungen, Wünsche, Verbesserungen:

  • Auf die Folien auch inhaltliche Stichwörter geben
  • Weniger Theorie
  • Mehr Praxisbezug
  • Wiederholung in 1 Jahr
  • Häufigere Seminare bezüglich solcher Schwerpunktthemen
  • Vielleicht ein Nachmittag mit Diskussion der TeilnehmerInnen untereinander
  • Stärkere Focussierung auf Erfolgs- und Gewinnbeteiligung – Kapitalbeteiligung zur Ergänzung
  • Der Mix aus Theorie, Praxis und rechtliche Aspekte und Möglichkeiten
  • Einblick in die aktuelle Situation von anderen Firmen durch die TeilnehmerInnen

Was hat besonders gefallen:

  • Praktische Beispiele
  • Referat Leitsmüller
  • Aktien Beschreibung
  • AUA-Vorstellung
  • Offene Diskussion
  • Beleuchtung des Themas aus verschiedener Sicht (2)
  • Engagement und Fachwissen der ReferentInnen

Was hat nicht gefallen:

  • Zu starke Erörterung politischer Fragen
  • Vielleicht 2 volle Tage

Presseaussendung der GPA-DJP:

GPA-DJP-Katzian: Steuerliche Förderung von Gewinnbeteiligungen schafft verteilungspolitische Schieflage
An deutlicher Entlastung der unteren und mittleren Einkommen führt kein Weg vorbei – mit einer Position zu Mitarbeiterbeteiligungsmodellen.

Presseaussendung der GPA-DJP und der GMTN zur MitarbeiterInnenbeteiligung anläßlich der KV-Runde im Herbst 2007.

Gewerkschaften zu Leitl:
Mitarbeiterbeteiligung ist Minderheitenprogramm. Nur Solidarische Lohn/Gehaltspolitik sorgt für gerechte Verteilung

Broschüre: Motive – Modelle – Risken – Tipps
von Heinz Leitsmüller und Ruth Naderer

Die vorliegende Broschüre soll BetriebsrätInnen bei der Entscheidungsfindung sowie der Einführung von Modellen unterstützen. Es werden die wichtigsten Modelle dargestellt und steuerrechtliche, gesellschaftsrechtliche und arbeitsrechtliche Fragen behandelt. Abgerundet wird die Broschüre mit einer Check-Liste für den Betriebsrat.

Mitarbeiterbeteiligung eine Information der AK-Wien:

Einige Unternehmen – vor allem Aktiengesellschaften – praktizieren seit Jahren Modelle, bei denen Arbeitnehmer (Mit)Eigentümer werden. Nicht zuletzt bei Privatisierungen wurde Mitarbeiter-beteiligung als Instrument für die Bildung von strategischem Eigentum entdeckt.
Mitarbeiterbeteiligung bietet den Arbeitnehmern einige Chancen, es ist aber auch zu beachten, dass Risiken damit verbunden sind. Auf diser Hompageseite findet man Informationen zu:

  • Die Meinung der AK zur MitarbeiterInnenbeteiligung
  • Eine Broschüre zur Mitarbeiterbeteiligung
  • Einen Kommentar zu einer Studie zur Mitarbeiterbeteiligung
  • Links zur Plattform Mitarbeiterbeteiligung

AK-Oberösterreich

Mitarbeiterbeteiligungen sind kein Ersatz für ordentliche Lohnerhöhungen 

Mit den Vor- und Nachteilen von Mitarbeiterbeteiligungen setzten sich gestern in Linz 80 Teilnehmer/-innen an einem AK-Symposium auseinander. Fazit von AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer: „Mitarbeiterbeteiligungen sind kein Instrument für alle. Die Sinnhaftigkeit muss von Fall zu Fall beurteilt werden. Auf keinen Fall dürfen sie als Ersatz für kollektivvertragliche Lohn- und Gehaltsverhandlungen dienen.“ Ein Auszug aus den Inhalten des Artikels:

  • Sonderfal voestalpine AG
  • Kapitalbeteiligungen nur füt Minderheiten leicht möglich
  • AK gegen zusätzliche steuerliche Förderung


 

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Über Werner Drizhal

Den Lehrberuf "Elektromechaniker für Starkstrom" in der AMAG-Ranshofen erlernt. Als Jugendvertrauensratsvorsitzenden zum ÖGB-Oberösterreich als Jugendsekretär gewechselt. Nach Absolvierung der Sozialakademie als ÖGB-Bezirkssekretär für Linz-Land gearbeitet. 1996 bis 1999 Mitglied eines OE-Teams der ÖGB-Zentrale, wo ich mich mit Organisationsentwicklung der ÖGB-Bezirkssekretariate und Mitwirkungsfragen von FunktionärInnen in der Gremienarbeit beschäftigte. 1999 in die ÖGB-Zentrale als Personalentwickler gewechselt. Hauptverantwortlich für die Einführung von MitarbeiterInnengesprächen im ÖGB. Umsetzung von professionellen Personalinstrumenten in der ÖGB-Zentrale. Ausbildung in systemischen Coaching und Erlebnispädagogik absolviert. 2007 Wechsel in die Bildungsabteilung der GPA-djp. Zur Zeit Leiter des Geschäftsbereichs Bildung - Gewerkschafts- und Personalentwicklung in der GPA-djp.

Ein Gedanke zu „Seminar zur Mitarbeiterbeteiligung

  1. Mausefalle Erfolgsbeteiligung
    Es ist ein legitimes Ziel der ArbeitgeberInnen die Einkommen der ArbeitnehmerInnen so niedrig wie möglich zu halten, wie es auch legitim ist durch die Organisation der arbeitenden Menschen in Gewerkschaften dem entgegen zu wirken durch den Abschluss von Kollektivverträgen. Dies erklärt auch, dass es immer wieder Versuche gibt, diese Kollektivvertragsverhandlungen in die Betriebe zu verlagern. Ob nun 2007 beim Versuch in der Elektroindustrie durch die Option zur Gehaltsumwandlung in eine Einmalzahlung oder aber durch die Einführung einer Erfolgsbeteiligung auf Kosten eines vernünftigen KV-Abschlusses. Hauptsache die (starke) Gewerkschaft sitzt nicht am Tisch.
    Wenn wir der bereits stattfindenden Entsolidarisierung und Umverteilung von unten nach oben nicht noch Vorschub leisten wollen, müssen wir mit dieser Mausefalle sehr schlau und konsequent gemeinsam umgehen. Wie können wir den Käse aus der Falle bekommen ohne dass wir den Kopf riskieren???
    Also lasst uns im angebotenen Seminar gemeinsam eine intelligente Strategie entwickeln.

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