Gender Mainstreaming – Die neue Homepage der Vida

Im ÖGB und in den Gewerkschaften gewinnt Gender Mainstreaming an immer größerer Bedeutung. Für eine moderne und innovative Gewerkschaftsbewegung ist die Gleichstellung der Geschlechter ein zentrales Anliegen.
Viele haben von dem Begriff schon gehört und können sich nichts darunter vorstellen. Die Gewerkschaften versuchen Gender Mainstreaming in der Berufs- und Arbeitswelt umzusetzen, oftmals gegen heftigen Widerstand der Unternehmensleitungen. Die neue Homepage der vida und die Aktivitäten der GPA-DJP sind gute Beispiele dafür.

Dazu im folgenden die Begriffsdefinitionen von Gender, Mainstreaming und Gender Mainstreaming.
Gender ist englisch und bedeutet »Geschlecht« – Geschlecht im sozialen Kontext. Das Englische unterscheidet zwischen »sex«, dem biologischen Geschlecht und »gender«, dem sozialen Geschlecht.

Gender zeigt auf, dass die vorgefundenen Geschlechtsbilder und die Geschlechterrollen eine Geschichte habe und deshalb auch veränderlich sind. Oft werden soziale Unterschiede zwischen den Geschlechtern nachträglich naturalisiert, d.h. auf das biologische Geschlecht zurückgeführt. Dies verwischt die Tatsache, dass die jeweiligen Unterschiede nicht von Geburt an bestehen, sondern durch Sozialisation, das Erlernen von Normen und Werten des jeweiligen sozialen Umfeldes hervorgebracht werden.

Mainstreaming ist die Tätigkeitsform für das Wort »Mainstream«, das Hauptstrom und Selbstverständlichkeit bedeutet. Mainstreaming heißt, dass ein bestimmtes Handeln und Denken in den »Mainstream« – in Politik und Gesellschaft, in Programme und Maßnahmen – übernommen und zu einem selbstverständlichen Handlungsmuster wird. Mainstreaming heißt, den »Mainstream« zu durchdringen und zu verändern.

Gender Mainstreaming ist die bewusste Einbeziehung der geschlechtsspezifischen Sichtweise in alle politischen Prozesse, Entscheidungen und Maßnahmen sowie deren geschlechtsspezifischen Auswirkungen mit dem Ziel der Gleichstellung von Frauen und Männern in allen gesellschaftlichen Bereichen.

Wichtige gewerkschaftliche Links zu diesem Thema:

Gleichstellung von Kollektivverträgen – Ergebnisse unseres Projekts BAGS-KV-Gender
Gendern von Kollektivverträgen – eine Info der GPA-DJP
EU-Seite zum Thema Gleichstellung von Männern und Frauen
Handbuch des ÖGB zum Gender Mainstreaming

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Über Werner Drizhal

Den Lehrberuf "Elektromechaniker für Starkstrom" in der AMAG-Ranshofen erlernt. Als Jugendvertrauensratsvorsitzenden zum ÖGB-Oberösterreich als Jugendsekretär gewechselt. Nach Absolvierung der Sozialakademie als ÖGB-Bezirkssekretär für Linz-Land gearbeitet. 1996 bis 1999 Mitglied eines OE-Teams der ÖGB-Zentrale, wo ich mich mit Organisationsentwicklung der ÖGB-Bezirkssekretariate und Mitwirkungsfragen von FunktionärInnen in der Gremienarbeit beschäftigte. 1999 in die ÖGB-Zentrale als Personalentwickler gewechselt. Hauptverantwortlich für die Einführung von MitarbeiterInnengesprächen im ÖGB. Umsetzung von professionellen Personalinstrumenten in der ÖGB-Zentrale. Ausbildung in systemischen Coaching und Erlebnispädagogik absolviert. 2007 Wechsel in die Bildungsabteilung der GPA-djp. Zur Zeit Leiter des Geschäftsbereichs Bildung - Gewerkschafts- und Personalentwicklung in der GPA-djp.

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