Mädchen in nicht-traditionellen Lehrberufen fördern

Im Rahmen der Veranstaltung „Junge Frauen in nicht-traditionellen Lehrberufen“ der Arbeiterkammer und des Vereins Sprungbrett für Mädchen wurde diese Woche der sprungbrett-Bericht „Trends over Time“ (PDF) über Erfahrungen aus Betrieben präsentiert, die sich um den amaZone-Award für die handwerklich-technische Ausbildung von Mädchen und jungen Frauen beworben haben. Wie aus dem Bericht hervorgeht ist die nicht-traditionelle Ausbildung von Mädchen dann kein Problem, wenn der Betrieb Vorurteilen gegenübertritt. Ein weiteres wesentliches Ergebnis ist, dass eine nicht-traditionelle Ausbildung höhere Löhne für Frauen bringt! Die konsequenterweise daraus folgende Forderung von AK-Vizepräsidentin Renate Kollermann: „Die Betriebe müssen sich mehr in der handwerklich-technischen Ausbildung von Mädchen engagieren„.

Mädchen Technik
(Foto: Arbeitgeberverband Gesamtmetall, www.flickr.com)

Mädchen lernen Friseurin oder Verkäuferin

Nach wie vor ist das Berufswahlverhalten in Österreich stark durch geschlechtliche Rollenbilder geprägt.

  • Österreich gehört zu den Industriestaaten mit besonders ausgeprägten geschlechtsbezogenen Unterschieden hinsichtlich Schul- und Berufswahl, das heißt, Mädchen und Frauen konzentrieren sich stark auf traditionell ‚weibliche‘ Ausbildungswege und entscheiden sich selten für eine Ausbildung im Bereich Technik, Mathematik, Naturwissenschaften und Informatik.
  • Mädchen stellen nur ein Viertel der SchülerInnen technischer und gewerblicher höherer Schulen; in den wirtschaftsberuflichen höheren Schulen (den ehemaligen Schulen für wirtschaftliche Frauenberufe) stellen Mädchen hingegen mehr als 90 Prozent der SchülerInnen.
  • Die Einkommensunterschiede zwischen den Geschlechtern sind auch darauf zurückzuführen, dass Frauen überwiegend in Branchen mit niedrigem Einkommensniveau beschäftigt sind. Zwei Drittel der arbeitslosen Frauen kommen aus vier frauendominierten Berufsgruppen (Büro, Fremdenverkehr, Handel, Reinigung). (BMASK, Frauenratgeberin)

Konkrete Beispiele zum Zusammenhang zwischen Berufswahlverhalten und den dadurch bedingten Einkommensunterschieden:

„Viele Mädchen lernen nach wie vor Friseurin oder Verkäuferin. In diesen Berufen liegen der Einstiegslohn oder das Einstiegsgehalt nach dem Lehrabschluss unter 1.400 Euro brutto im Monat. Haben Frauen etwa einen metallverarbeitenden Beruf erlernt, verdienen sie jedenfalls mehr als 1.900 Euro brutto.“ (AK Wien)

Das Thema Gleichstellung in der GPA-djp

Die durch die geschlechtsspezifische Bildungs- und Berufswahl zugrunde gelegten Ungleichheiten ziehen sich durch das gesamte Berufsleben und machen sich in verschiedenen Bereichen bemerkbar, wie auch eine im Auftrag der GPA-djp durchgeführte IFES-Studie aus dem Jahr 2012 belegt.

Das im vergangenen Jahr im Rahmen einer GPA-djp Aktionswoche aufgegriffene und intensiv behandelte Thema bleibt auch weiterhin auf der Schwerpunkt-Agenda der GPA-djp! Weitere Infos folgen hier und in den anderen GPA-djp-Kanälen!

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Ein Gedanke zu „Mädchen in nicht-traditionellen Lehrberufen fördern

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