Thomas Piketty und die Verteilungsdebatte

Piketty in der AKDie Debatte um Verteilungsrechtigkeit wird weiter geführt – politisch und nun verstärkt auch wissenschaftlich. Am 04. Juli 2014 kommt Thomas Piketty auf Einladung der Arbeiterkammer nach Wien.

2014 sorgte der Thomas Piketty, Professor für Volkswirtschaft an der Paris School of Economics, mit seiner Veröffentlichung „Capital in the Twenty-First Century“ weltweit für sehr große Aufmerksamkeit. Robert Misik betitelt einen Gastbeitrag für die IG Metall sogar mit „Die Piketty-Revolution“.

In „Das Kapital im 21. Jahrhundert“ untersucht Thomas Piketty Daten aus 20 Ländern, mit Rückgriffen bis ins 18. Jahrhundert, um die entscheidenden ökonomischen und sozialen Muster freizulegen. Seine Ergebnisse verändern bereits die Debatte und setzen die Agenda für eine neue Diskussion über Wohlstand und Ungleichheit in der nächsten Generation.

„Wer künftig weiter für ‚Steuerkonkurrenz‘ von Staaten eintritt, sich gegen Steuerharmonisierung sperrt, die Forderung von Erbschafts- und Vermögenssteuern als ‚Neiddebatte‘ verächtlich macht, der muss sich fragen lassen, was er sonst gegen die Deformation unserer Gesellschaften, gegen neofeudalistische Oligarchien machen will – oder ob er tatsächlich eine solche neue oligarchische Ordnung als irgendwie erstrebenswert ansieht.“ (Robert Misik)

Die GPA-djp bringt sich seit Jahren in diese Debatte um Verteilungsgerechtigkeit ein (z.B.: „Verteilen statt verspielen“, Aktionswoche „Geld ist genug da! Zeit für Steuergerechtigkeit!“, und es ist wichtiger denn je, diese Debatte vehement zu führen! Dies hat kürzlich auch GPA-djp Vorsitzender Wolfgang Katzian zum Ausdruck gebracht:

„Mir steigt schon das Geimpfte auf, wenn ich mir die Diskussion über das Budget anhöre – wie selbstverständlich und locker da die Einnahmen aus der Lohnsteuer vom Finanzminister eingesteckt werden! Wir in der Gewerkschaft der Privatangestellten GPA-djp verhandeln 170 Kollektivverträge pro Jahr, und den Leuten bleibt von den Lohnerhöhungen zu wenig übrig, und zwar seit Jahren. Da regt sich schon der Zorn: Die Lohnsteuer steigt und steigt, die Unternehmenssteuern stagnieren bestenfalls – und die wirklich Vermögenden tragen zum Steuerkuchen gar nichts bei. Das geht nicht.“ (profilonline, 15.5.2014)

Die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Schieflagen der Vermögensverteilung sind nicht mehr wegzureden. Was verschiedene Studien – sowohl österreichische als auch internationale – seit Jahren belegen, wird durch Pikettys Arbeiten weiter untermauert und durch Thesen angereichert.

Am 04. Juli 2014 ab 15.00 Uhr besteht im Rahmen einer Buchpräsentation im Bildungszentrum der Arbeiterkammer Wien die Möglichkeit, direkt vom Autor mehr zu erfahren.

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