Studienreise zu Erinnerungskulturen der nationalsozialistischen Vergangenheit

Studienreise zu den Erinnerungskulturen um die nationalsozialistische Vergangenheit zwischen Serbien und Österreich

Jugoslawisches MuseumVon 1. bis 8. Juli 2016 findet eine Studienreise nach Serbien statt, um sich mit der Geschichte während und nach der nationalsozialistischen Okkupation kritisch auseinanderzusetzen. Themenfelder dieser Studienreise sind:

  • die Verbrechen des NS-Regimes und seiner KollaboratuerInnen in Serbien und am Balkan
  • Vernichtung der jüdischen Bevölkerung, der Roma und Sinti
  • der politische Widerstand der Partisaninnen

TeilnehmerInnengebühr: € 480.-
Anmeldung bis 31. Mai 2016: studienreisen@present-history.at

Thematischer Hintergrund:

Mit der Bombardierung Belgrads durch die Wehrmacht im April 1941 begann die Okkupation Serbiens durch das NS-Regime. Die Nazis verfolgten in den darauffolgenden Jahren eine brutale Besatzungspolitik, die jeden Widerstand im Keim ersticken sollte. Ziel war durch Massaker an Zivilistinnen, der Vernichtung der jüdischen Bevölkerung, an Roma und politischen Gegnerinnen Verhinderung jedes Widerstands. Bis zur Befreiung Belgrads im Oktober 1944 durch Einheiten der Partisaninnen und der Roten Armee musste der politische Widerstand und die jugoslawische Zivilbevölkerung unfassbare Verbrechen, Massenmord und systematische Unterdrückung überstehen.

Die Erinnerungskultur an diese Geschichte ist im heutigen Serbien einem Wandel unterworfen und stark umkämpft – dies ist auch im Zusammenhang mit dem Zerfall Jugoslawiens in den 1990er Jahren zusehen. In Österreich hingegen ist das Wissen um den Nationalsozialismus in Südeuropa ein Randthema – wird die Thematik nicht gänzlich ausgeblendet, werden Wehrmachtsverbrechen am Balkan relativiert und der Widerstand der Partisaninnen abgewertet.

Die Studienreise

bietet die Möglichkeit zur Auseinandersetzung mit einer Reihe von Themenkomplexen. Es werden Fakten über die Verbrechen des NS-Regimes und seiner KollaborateurInnen in Serbien und am Balkan vermittelt. Die Geschehnisse zwischen 1941 und 1945 werden hierbei nicht als abgeschlossenes Ereignis verstanden, sondern stehen in Verbindung mit der Geschichte davor. Der Fokus der Reise liegt auf der Bedeutung dieser Geschichte für die aktuellen Gesellschaften Serbiens und Österreichs.

  • Welche Formen des Erinnerns und welche (staatliche) Erinnerungspolitik sind in Jugoslawien bzw. in Serbien seit 1945 präsent?
  • Welche Kontinuitäten und Brüche gibt es – insbesondere seit den Kriegen im ehemaligen Jugoslawien?
  • Wie ist die aktuelle politische Lage in Serbien – beispielsweise Serbien als Transitland für Refugees, aktuelle Arbeitskämpfe, städtische Verdrängungsprozesse?
  • Wie ist die Wahrnehmung über Serbien in Österreich?
  • Weshalb gibt es hier kaum eine Auseinandersetzung mit den NS-Verbrechen in Serbien und am Balkan?

Programm:

Mo, den 20. Juni 2016

Fr, den 1.Juli 2016

  • Anreise Wien – Beograd tagsüber mit dem Zug
  • Gemeinsames Abendessen und Kennenlernrunde
  • Übernachtung in Beograd

Sa, den 2. Juli 2016

  • Vormittag – historischer Stadtspaziergang in Beograd
  • individuelle Mittagspause
  • Nachmittag: Treffen mit Aktivistinnen zu Arbeitskämpfen in Serbien
  • individuelles Abendessen, Übernachtung in Beograd

So, den 3. Juli 2016

  • Vormittag – Fahrt nach Kragujevac, Besichtigung des Museum 21. Oktober und Gedenkpark
  • Individuelle Mittagspause
  • Nachmittag: Stadtführung in Kragujevac mit Schwerpunkt Zeitgeschichte
  • Gemeinsames Abendessen
  • Fahrt nach Kraljevo, Übernachtung Kraljevo

Mo, den 4.Juli 2016

  • Vormittag – historischer Stadtspaziergang in Kraljevo, Besichtigung des Stadtmuseums, Gespräch im Kulturzentrum
  • individuelle Mittagspause
  • Nachmittag – Besichtigung Gedenkpark in Kraljevo
  • Reflexionsrunde
  • Fahrt nach Beograd
  • individuelles Abendessen, Übernachtung in Beograd

Di, den 5.Juli 2016

  • Vormittag – Besichtigung Museum der Jugoslawischen Geschichte und Tito Mausoleum (optional)
  • individuelle Mittagspause
  • Nachmittag – Vortrag und Dsiskussion „Erinnerungskulturen im (ehemaligen) Jugoslawien
  • gemeinsames Abendessen und Zeit für Diskussionen
  • Übernachtung in Beograd

Mi, den 6. Juli 2016

  • Vormittag – Führung durch das Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Staro Sajmiste
  • individuelle Mittagspause
  • Nachmittag – Führung in Jajnici, Tupovske Supe
  • Reflexionsrunde
  • individuelles Abendessen, Übernachtung in Beograd

Do, den 7. Juli 2016

  • Vormittag – Besuch des Jüdischen Museums und des jüdischen und orthodoxen Friedhofs
  • individuelle Mittagspause
  • Nachmittag – Abschlussdiskussion
  • Gemeinsames Abendessen
  • Abreise mit dem Nachtzug Beograd – Budapest – Wien

Fr, den 8. Juli 2016

  • Vormittag – Ankunft in Wien

August/September

  • Nachbereitungstreffen in Wien – Reflexion und Planung von Folgeaktivitäten

Die Reise ist offen für alle historisch und politisch Interessierten. Es sind keine speziellen Vorkenntnisse notwendig!
Bei den  Kosten der Studienreise sind includiert:

  • Hin- und Rückfahrt aus Wien
  • Unterkunft im Doppelzimmer mit Frühstück
  • Vier gemeinsame Abendessen
  • Programm und ein Reader
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Über Werner Drizhal

Den Lehrberuf "Elektromechaniker für Starkstrom" in der AMAG-Ranshofen erlernt. Als Jugendvertrauensratsvorsitzenden zum ÖGB-Oberösterreich als Jugendsekretär gewechselt. Nach Absolvierung der Sozialakademie als ÖGB-Bezirkssekretär für Linz-Land gearbeitet. 1996 bis 1999 Mitglied eines OE-Teams der ÖGB-Zentrale, wo ich mich mit Organisationsentwicklung der ÖGB-Bezirkssekretariate und Mitwirkungsfragen von FunktionärInnen in der Gremienarbeit beschäftigte. 1999 in die ÖGB-Zentrale als Personalentwickler gewechselt. Hauptverantwortlich für die Einführung von MitarbeiterInnengesprächen im ÖGB. Umsetzung von professionellen Personalinstrumenten in der ÖGB-Zentrale. Ausbildung in systemischen Coaching und Erlebnispädagogik absolviert. 2007 Wechsel in die Bildungsabteilung der GPA-djp. Zur Zeit Leiter des Geschäftsbereichs Bildung - Gewerkschafts- und Personalentwicklung in der GPA-djp.

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