1968 reloaded? Warum Frankreich nicht zur Ruhe kommt

Bild: CGT

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„Gegen das Arbeitsgesetz und seine Welt“ – unter diesem Motto ist in Frankreich eine der größten Bewegungen seit 1968 entstanden. Während in den Medien hierzulande kaum über Frankreich berichtet wird und auch die Berichterstattung zur Fußball-Europameisterschaft das Thema ausklammert, gehen Millionen gegen die Krisenpolitik im Interesse einiger weniger auf die Straße. Die Antwort der französischen Regierung ist eine Welle der Repression: Ausnahmezustand, Polizeigewalt und zuletzt Demonstrationsverbote für Gewerkschaften.

Was geschieht auf Frankreichs Straßen, während sich die Kameras auf die EURO 2016 richten? Sind der Neoliberalismus und die kapitalistische Ausbeutung nur noch durch unverhohlene Gewalt aufrecht zu erhalten? Und was bedeutet das für uns?

Diese Fragen richtet Lukas Oberndorfer (mosaik-blog.at) an Guillaume Paoli, den Frankreich-Kenner, der u.a. für taz und FAZ über die Proteste berichtet, um anschließend gemeinsam zu diskutieren.

Termin: 29.06.2016, 19:00 bis 21:00 Uhr
Ort: VHS Ottakring, Ludo Hartmann Platz 7, 1160 Vienna, Austria
Veranstalter_innen: mosaik-blog.at, GPA-djp Bildung, Institut für Politikwissenschaften der Universität Wien, VHS Ottakring
Facebook: „1968 reloaded? Warum Frankreich nicht zur Ruhe kommt“

Mehr zum Thema:

Solidarität mit den Streiks in Frankreich – GPA-djp Bundesvorstand beschließt Erklärung

Der Vorstand der Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp) erklärt sich im Namen aller Mitglieder solidarisch mit euren aktuellen Protesten und Arbeitskämpfen gegen die geplanten Arbeitsmarktreformen der französischen Regierung.
Mit tiefer Sorge haben wir die Pläne zur Einschränkung des Kündigungsschutzes und zur Verlängerung der Wochenarbeitszeit in eurem Land zur Kenntnis genommen. Darüber hinaus verurteilen wir auf das schärfste die Offensive zur massiven Einschränkung der Einflussmöglichkeit der Gewerkschaften auf die Gestaltung der Arbeitsbedingungen und die Lohnfindung.
Die Verlagerung der Kollektivvertragsverhandlungen auf die Unternehmensebene verbunden mit der Ermöglichung übergreifende Vereinbarungen auf betrieblicher Ebene zu unterlaufen ist nichts anderes als ein aggressiver Angriff auf die Rechte der Beschäftigten.
Seit Beginn der Krise haben wir als Gewerkschaften europaweit in immer mehr Ländern mit aggressiven Angriffen auf die Arbeits- und Gewerkschaftsrechte zu kämpfen. Kollektivvertragsverhandlungen und die Mitwirkungsrechte auf betrieblicher Ebene werden immer weiter ausgehöhlt.
Die GPA-djp sieht den Angriff auf die Rechte sowie die Arbeits- und Einkommensbedingungen der Beschäftigten in Frankreich, als Teil des Angriffs auf die Arbeits- und Gewerkschaftsrechte in ganz Europa.
So wie wir Eingriffe in die Macht der Gewerkschaften auch in unserem Land nicht hinnehmen würden, so stehen wir solidarisch mit eurem Kampf!

Ein Angriff auf einen von uns, ist ein Angriff auf alle!

In Solidarität
Der Bundesvorstand der GPA-djp in Österreich
Wien, am 2. Juni 2016

„Streiks in Frankreich: ‚Neu aber ist das Ausmaß der Repression’“

„‚Gegen das Arbeitsgesetz und seine Welt‘ – unter diesem Motto ist in Frankreich in den letzten Wochen eine der größten Bewegungen seit dem Mai 1968 entstanden. Lukas Oberndorfer sprach für Mosaik mit Guillaume Paoli darüber, wie die Regierung Repression und Ausnahmezustand einsetzt, um den neoliberalen Umbau trotz der wegbrechenden Zustimmung durchzusetzen.“

„Die Gewalt des neoliberalen Staates – vom fordistischen Wohlfahrtsstaat zum repressiven Überwachungsstaat“ (Hrsg: Nikolaus Dimmel / Josef Schmee, Wien 2008: Facultas)

„Thema des Bandes ist der Strukturwandel des Staates unter dem Vorzeichen seiner neoliberalen Umgestaltung. Der Band gliedert sich in einen theoretischen und einen empirisch ausgerichteten Teil. Die verschiedenen Phänomene der Ausdifferenzierung von Staatsfunktionen seit den 1990er Jahren in Österreich sind hier erstmals Gegenstand kritischer Analysen. Gezeigt werden unter anderem der Wandel im Rahmen der Privatisierung des bislang öffentlichen Gewaltmonopols, die zunehmende Selektivität staatlichen Handelns bzw. gruppenbezogene Repressivität bei gleichzeitiger Rücknahme sozialstaatlicher Sicherungsversprechen.“

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