Ein Mensch, einmal Frau, einmal Mann: macht 12.471 Euro Unterschied

Anlässlich des Internationalen Frauentags möchten wir einen Beitrag aus den Salzburger Nachrichten mit euch teilen. Das Experiment, von dem in diesem Artikel berichtet wird, hat es in sich: Transgender-Personen haben sich um Jobs beworben. Derselbe Mensch einmal als Frau und einmal als Mann. Das Ergebnis: völlig verschiedene Gehälter.

Kaum ein Frauenthema erregt so viel Widerspruch wie das Thema Lohngerechtigkeit zwischen Männern und Frauen. Dieser Widerspruch kommt fast nur von Männern, die den unfairen Lohnunterschied in Abrede stellen. Der basiere nur auf unterschiedlicher Leistung oder Ausbildung und habe nichts mit Diskriminierung zu tun, argumentieren diese. Manche erkennen zwar die fehlende Fairness bei der Bezahlung an, behaupten aber, die Frauen seien selber daran schuld, weil sie sich zu schlecht verkauften.

Ein einzigartiges soziales Experiment der Frauenrechtsorganisation „Terre des Femmes“ in Zusammenarbeit mit der Agentur Jung von Matt hat jetzt Erstaunliches zutage gebracht. Sie haben Transgender-Personen, also Menschen, die im realen Leben beide Geschlechterrollen leben, zu Bewerbungsgesprächen geschickt. Einmal als Frau, einmal als Mann. Sie bewarben sich um Jobs im Projektmanagement, als pharmazeutisch-technische Assistentinnen oder Assistenten und im Fashion-Bereich. Das Ergebnis: Als Frau bekamen die Bewerber bis zu 33 Prozent weniger für die gleiche Arbeit als als Mann, obwohl sie der gleiche Mensch mit den gleichen Erfahrungen und dem gleichen Lebenslauf waren. Ein Unternehmen hat Olivia 15 bis 17 Euro Stundenlohn geboten, dem gleichen Menschen als Oliver 20,50 beziehungsweise 21 Euro. Somit hat er im Experiment als Oliver für denselben Job 43.646 Euro Jahresgehalt geboten bekommen, als Olivia nur 31.175 Euro. Macht einen Unterschied von 12.471 Euro aus. Warum? Offensichtlicher geht es nicht. Das Frausein wird abgestraft.

Von der Gleichstellung, die viele herbeireden, weil sie das Thema nervt, sind wir weit entfernt. Für Politiker und die Unternehmen (im Eigeninteresse) muss das ein Auftrag sein, endlich mit dieser Ungleichbehandlung aufzuräumen und hinzuschauen, auch wenn es unbequem ist.

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