Warnstreiks in der Metallindustrie

Abbruch der KV-Verhandlungen in der metalltechnischen Industrie – Warnstreiks ab Montag

Die Kollektivvertragsverhandlungen mit dem Fachverband der metalltechnischen Industrie (FMTI) blieben auch in der vierten Verhandlungsrunde am 8. November ohne Einigung. „Wir haben nach mittlerweile insgesamt 40 Stunden Verhandlungen mehr Rückschritte als Fortschritte“, fasst PRO-GE Verhandlungsleiter Rainer Wimmer die Situation zusammen. Die Gewerkschaften PRO-GE und GPA-djp werden daher wie zuvor schon angekündigt zu gewerkschaftlichen Kampfmaßnahmen greifen. „Ab Montag werden in den Betrieben der metalltechnischen Industrie Warnstreiks durchgeführt“, kündigt Wimmer an.

Erreichte Fortschritte wieder zurückgezogen

Als Grund für das Scheitern der bisherigen Verhandlungen nannte Wimmer, dass u.a. erreichte Fortschritte von Seiten der Arbeitgeber wieder zurückgezogen wurden. Auch die angebotenen Lohnerhöhungen können in Anbetracht der wirtschaftlichen Erfolge der Branche nicht ernst genommen werden, so Wimmer: „Wenn die Auftragsbücher voll sind und die Beschäftigten fleißig arbeiten, ist es nicht wertschätzend, uns hinzuhalten. Wir sehen einfach, dass die Arbeitgeber kein Interesse an seriösen Verhandlungen haben.“

Ausführliche Informationen – GPA-djp KV-INFO NR. 14

VIERTE VERHANDLUNGSRUNDE MIT DEM FACHVERBAND DER METALLTECHNISCHEN INDUSTRIE (FMTI) AM 8.11.2018 IST GESCHEITERT

Liebe Kollegin! Lieber Kollege!

In der Nacht von gestern auf heute hat auch die 4. und letzte KV-Runde mit dem FMTI zu keinem Ergebnis geführt.

Die Verhandlungen sind daher gescheitert!

Die letzte Verhandlungsrunde mit den Maschinenbauern war am 19. Oktober 2018. In einem Fachverband mit rund 1.200 Betrieben war es den Unternehmern „leider nicht möglich“, bis zum 8. November 2018 ein Verhandlungsteam mit Abschlussvollmacht zusammenzustellen. Ein klares Zeichen für die Geringschätzung gegenüber den Beschäftigten.

Selbstverständlich haben wir dieses unverständliche Hinhalten scharf kritisiert. Nachdem gestern dann doch jemand bereit war, mit uns zu verhandeln, sind wir mit der Absicht, ein Ergebnis zu erzielen in die Gespräche gegangen. Entgegen mancher diesbezüglicher Arbeitgeberaussagen in den Medien führen Gewerkschaften Kollektivvertragsverhandlungen nicht um zu streiten oder zu streiken, sondern um gute Verhandlungsergebnisse im Interesse ihrer Mitglieder zu erreichen.

In diesem Sinne galten die ersten rund sechs Stunden Verhandlungszeit dem Ziel, die seit Wochen intensiv diskutierten möglichen rahmenrechtlichen Vereinbarungen fix zu machen. Diesbezüglich zeichneten sich einige Einigungen ab. Nach einer Verhandlungsunterbrechung zwecks Berichterstattung wollten wir, aufbauend auf das aus unserer Sicht weit entwickelte Rahmenrechtspaket, über das Ausmaß der Gehaltserhöhungen sprechen. Dazu kam es allerdings nicht mehr. Völlig unerwartet haben die Arbeitgeber plötzlich einen Rückzieher gemacht und uns mitgeteilt, dass einige der zugesagten rahmenrechtlichen Zugeständnisse doch nicht möglich sind. Dabei handelt es sich allerdings um zentrale Forderungspunkte rund um die Vergütung von Überstunden.

Nahezu zeitgleich erklärte der Fachverbandsobmann Knill des FMTI im Fernsehen, dass die Unternehmer nicht mit einer Einigung rechnen und auf drohende Kampfmaßnahmen vorbereitet sind. Die Zurücknahme von an sich bereits getätigten Zugeständnissen dürfte offensichtlich dem Zweck dienen, das Scheitern dieser Verhandlungen zu bewirken. Gut ins Bild passen dazu auch andere Aussagen des FMTI, dass die Beschäftigten in den Betrieben wohl ohnedies nicht hinter ihren Gewerkschaften stünden.

Für uns war offensichtlich, dass hier der Versuch unternommen wird, uns vorzuführen bzw. die Entschlossenheit und Kampfbereitschaft zu testen!

Nach diesem Eklat haben wir von unserer Seite – ohne ein neues finanzielles Angebot vom FMTI erhalten zu haben – die Gespräche unterbrochen, um unser großes Verhandlungskomitee zu informieren und gemeinsam Entscheidungen zu treffen.

Diese fielen sehr deutlich aus: Wir werden uns diese Behandlung nicht gefallen lassen und unsere Mitglieder nun nochmals fragen, ob sie bereit sind, sich gemeinsam für ihre Interessen zu engagieren und geschlossen hinter ihren Gewerkschaften stehen.

Mitten in der Diskussion in unserem großen Verhandlungskomitee kamen die Arbeitgeber auf die Idee, uns telefonisch und nachträglich! ein – gegenüber dem 19. Oktober 2018 – geringfügig verbessertes Angebot von 2,7 % auf die Löhne und Gehälter unterbreiten zu wollen. Dafür war in den stundenlangen Verhandlungen vorher offenbar keine passende Gelegenheit gewesen. Selbstverständlich waren wir nicht bereit, diesen Verhandlungsstil zu akzeptieren, bzw. ein solches Angebot ernsthaft zur Kenntnis zu nehmen.

Wir stehen daher nach wie vor bei einem Angebot von 2,02 %, was abzüglich der Inflationsrate eine Nulllohnrunde bedeuten würde!

Wir haben bei unseren BetriebsrätInnenkonferenzen in den Bundesländern den klaren Beschluss gefasst, solidarisch und kämpferisch für die Rechte der ArbeitnehmerInnen in einem gemeinsamen und einheitlichen Kollektivvertrag einzutreten. Jetzt geht es darum, diesen Beschluss auch umzusetzen. Stolze und selbstbewusste ArbeitnehmerInnen in starken und durchsetzungsfähigen Gewerkschaften tun das was sie sich vornehmen, wenn es um die Verteidigung unseres Kollektivvertrages, verbesserte Ansprüche und höhere Löhne und Gehälter geht. Als ersten Schritt werden wir die vorläufig unterbrochenen Betriebsversammlungen Anfang nächster Woche wiederaufnehmen und konkrete Maßnahmen beschließen bzw. damit beginnen.

Wir bitten dich diesbezüglich, unbedingt mit deinem betriebsbetreuenden Sekretär Kontakt aufzunehmen.

Es geht um viel: Um unseren Kollektivvertrag, unsere Rechte, unsere Würde und unseren Stolz. Dafür würden wir gemeinsam und auch dank deiner Unterstützung erfolgreich kämpfen.

Bleib informiert!

Alle Informationen zu den Verhandlungen stehen dir – wie gewohnt – auf www.gpa-djp.at bzw. über unsere USB-Sticks, zur Verfügung. Wir empfehlen dir, dich auf der Website bzw. den BR-Plattformen einzuloggen, weil viele Inhalte nur für GPA-djp Mitglieder bzw. für GPA-djp FunktionärInnen auf den BR-Plattformen sichtbar sind. Für Fragen stehen unsere KollegInnen in den jeweiligen Regionalgeschäftsstellen sowie im Geschäftsbereich Interessenvertretung zur Verfügung.

Mit gewerkschaftlichen Grüßen

Herbert Kepplinger
Vorsitzender WB-01

Markus Vogl
Vorsitzender WB-02

Karl Dürtscher
Bundesgeschäftsführer

Georg Grundei diplômé
Wirtschaftsbereichssekretär

Mag. Albert Steinhauser
Wirtschaftsbereichssekretär

Link/Download: Die GPA-djp KV-INFO NR. 14 zum Download als PDF.

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