Über thomas kreiml

Soziologe und Gewerkschafter in der GPA-djp Bildungsabteilung |
Arbeitsbereiche:
Gewerkschaftliche Bildungsarbeit, Bildungspolitik, Netzpolitik (Internet/Social Media) | about.me/kreimlink

„Wie lässt sich Arbeit gut gestalten?“

Und was hat das mit Demokratie zu tun? Sollten Arbeitswelten demokratischer sein? Inwiefern kann Arbeit gerechter gestaltet werden? Wie kann die Arbeit zu einem guten Leben beitragen?

Bild: Thomas Kreiml, CC BY-NC

„Das ist eine komische Geschichte: Wir leben in einer Demokratie. Es gilt das Prinzip ‚Ein Mensch, eine Stimme‘ – außer tagsüber, in den vielen Stunden, die wir am Arbeitsplatz verbringen. In unseren Betrieben und Büros – jedenfalls in den meisten – könnte eigentlich draußen dran stehen: ‚Demokratiefreie Zone‘. Und jeder Vorgesetzte wird wahrscheinlich als Begründung anführen: ‚Man kann nicht ewig quatschen – in der Welt der Wirtschaft muss zügig entschieden werden, denn die Konkurrenz schläft ja nicht.'“

Lisa Herzog, Professorin an der neu eingerichteten Hochschule für Politik München ist da anderer Meinung: „Wir brauchen die Macht der Reflexion am Arbeitsplatz. Auch dort müssen moralische Fragen verhandelt werden. Und das geht natürlich nicht, wenn man sich selbst als ein Rädchen im Getriebe sieht.“ („Wie lässt sich Arbeit gut gestalten?“, WDR 5 Das philosophische Radio, 20.10.2017)

Leben, um zu arbeiten, oder arbeiten, um zu leben?

Ein Hörtipp zu zentralen Fragen rund um den Wert und die Gestaltung von Arbeit heute. Weiterlesen

Die Arbeiterkammern – der verlängerte Arm der Gewerkschaften

In seinem kürzlichen Kommentar auf derStandard.at kritisiert Eric Frey, dass die Arbeiterkammer „in ihrer politischen Arbeit als ein verlängerter Arm der Gewerkschaft“ agiert. Das ist einigermaßen irritierend, denn genau das ist ein, wenn nicht der zentrale Zweck der Arbeiterkammer. Und dass dem so ist, erklärt sich auch aus der Entstehung der Arbeiterkammer, die gewissermaßen ein Kind der Gewerkschaften ist. Denn es waren die bereits in Gewerkschaften organisierten ArbeiterInnen, die die Arbeiterkammern als gesetzliche Vertretung der ArbeitnehmerInnen über lange Jahre gefordert – und schließlich auch erreicht – haben. (Eine kurze Chronik der Forderungen bis hin zur Gründung der Arbeiterkammern: 1848-1919: Die Vor­ge­schich­te, 1918-1933: Grün­dung & erste Erfolge.)

„Es sind die Gewerkschaften, die 1920 die Gründung der Arbeiterkammern erreichen, als Gegengewicht zur gesetzlichen Vertretung der Wirtschaft. Vieles, was in den ersten Jahren erkämpft wird, ist heute selbstverständlich.“ (Unsere Arbeiterkammer. Eine Reise durch das letzte Jahrhundert.)

„’Die Kammern für Arbeiter und Angestellte und die Bundeskammer für Arbeiter und Angestellte sind berufen, die sozialen, wirtschaftlichen, beruflichen und kulturellen Interessen der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen zu vertreten und zu fördern.‘ So lautet der § 1 des „Bundesgesetzes über die Kammern für Arbeiter und Angestellte und die Bundeskammer für Arbeiter und Angestellte (Arbeiterkammergesetz 1992 — AKG)“. (Klaus-Dieter Mulley: Die Kammern für Arbeiter und Angestellte. AK/VÖGB-Skriptum, Wien 2016: ÖGB Verlag, Seite 8.)

Diese Fakten sind sowohl im Gesetz („Arbeiterkammergesetz“) als auch online, zum Beispiel auf der Webseite der Arbeiterkammer, für jede und jeden leicht nachzulesen. Wer also – wissentlich oder unwissentlich – die Zusammenarbeit von Arbeiterkammern und Gewerkschaften angreift, greift die Arbeiterkammer in ihrer ureigensten gesellschaftspolitischen Aufgabe an. Da hilft es wenig, wenn der Kommentator zuvor einige wichtige und richtige Darstellungen zu den Leistungen und zur gesellschaftlichen Rolle der Kammern (nicht nur der Arbeiterkammer) formuliert, um letztlich unter dem uninformierten Vorwand eines Reformbedarfs erst recht wieder die Arbeiterkammer ins Visier zu nehmen.

Wie hängen AK und Gewerkschaft aber eigentlich zusammen? Weiterlesen

Freiheit sichten! Aktionsforschung zu Macht und Partizipation

Workshops
am 21. November 2017 und
24. April 2018 / PROGES Linz

Aktionsforschungsseminar
von 25. bis 29. Juni 2018 / LFI Linz Austria

Post-Lecture
am 11. September 2018 / PROGES Linz

Die Fragestellung

Das Ideal des selbstbestimmten Lebens hat sich mehr oder weniger unbemerkt in eines verwandelt, das Freiheit im Kern als Freiheit von Bindungen und Zugehörigkeiten begreift. Jede und jeder ist für das eigene Leben, den Erfolg oder Misserfolg selbst verantwortlich geworden.

Losgelöst aus Abhängigkeiten und auf dem Weg von der Selbstbestimmung zur Selbstoptimierung geraten die Angewiesenheit und Rückbezogenheit auf andere
aus dem Blick. Das Verhältnis Individuum und Gruppe, Gruppen und Gesellschaft wie auch die Bedeutung von Bindungen für die Freiheit bedürfen einer neuen Auseinandersetzung.

➔ Wie viel Freiheit – für uns und für andere – ist uns zumutbar, wie viel Bindung notwendig?
➔ Wie organisieren wir Freiheit?
➔ Wie wird Freiheit in Gruppen, Organisationen und in der Gesellschaft (aus)verhandelt?
➔ Wer spricht von Freiheit und zu welchem Zweck?

Zielsetzungen Weiterlesen

Die neue Europäische Datenschutz-Grundverordnung (Doku)

Unser Arbeitsumfeld ist in hohem Maße mit der Nutzung verschiedenster technischer Systeme verbunden. Das führt auch dazu, dass immer mehr Daten von ArbeitnehmerInnen in immer mehr und komplexeren Systemen verglichen, verknüpft, versendet, kurzum verarbeitet werden. Voranschreitende Innovationen begünstigen daher nicht nur den Technikeinsatz im Betrieb, sie machen auch den Schutz von ArbeitnehmerInnendaten zu einem zentralen Betätigungsfeld für den Betriebsrat.

Neben komplexen technischen Fragen spielen dabei natürlich auch rechtliche Aspekte eine wichtige Rolle – und hier stehen den betrieblichen Datenschutz betreffend einige Änderungen vor der Tür. Mit Mai 2018 wird die neue EU-Datenschutz-Grundverordnung (EU-DSGVO) in Kraft treten und damit auch (teils neue) Vorgaben für Unternehmen, Behörden und Datenschutzbeauftragte gelten.

In unseren Seminaren widmen wir uns den technischen, betrieblichen und rechtlichen Grundlagen des betrieblichen Datenschutzes. Hier stellen wir Materialien zur neuen EU-Datenschutz-Grundverordnung zur Verfügung. Für weitere Links, Unterlagen und Broschüren siehe auch unsere Seminardokumentation „Datenschutz im Betrieb regeln“. Außerdem empfehlen wir den Blog der Blog der Abt. Arbeit und Technik der GPA-djp zu abonnieren, in dem aktuelle gewerkschaftliche Informationen zum Thema (betrieblicher) Datenschutz veröffentlicht werden.

Materialien und Unterlagen zur neuen EU-Datenschutz-Grundverordnung (EU-DSGVO) Weiterlesen

Wie geht’s unserem Betrieb? Wirtschaftliche Mitbestimmung in der Praxis (WS)

Betriebsräte in Österreich haben die Möglichkeit, sich im Rahmen von Wirtschaftsgesprächen mit der Geschäftsführung über die wirtschaftliche Situation im Unternehmen zu informieren und zu beraten. Nur ein Betriebsrat mit wirtschaftlichem Verständnis der Zusammenhänge im Unternehmen und Kennzahlen kann gegenüber der Geschäftsführung gut, genau und „auf gleicher Augenhöhe“ argumentieren und verhandeln. Entscheidungen im Unternehmen wie Investitionen, Umstrukturierungen, Sanierungsmaßnahmen, Kosteneinsparungen und Personalkürzungen werden vielfach unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten getroffen. Dabei werden von der Geschäftsführung oft Begriffe benutzt, die schwierig einzuordnen sind. Als Betriebsrat hat man dann die wichtige und anspruchsvolle Aufgabe, die wirtschaftliche Lage auch selbst richtig einschätzen zu können.

In diesem Seminar möchten wir anhand der Bilanzen der eigenen Unternehmen und der Berechnung von wichtigen Kennzahlen wie EBIT, Personalaufwandstangente etc. die wirtschaftliche Situation analysieren und interpretieren. Weiters sollen die rechtlichen Möglichkeiten der wirtschaftlichen Mitbestimmung dargestellt und Best Practice Modelle aus der Praxis aufgezeigt und diskutiert werden.

Termin: 22.-24.11.2017, Workshopzeiten: 1. Tag: 9.30 – 17.00 Uhr, 2. Tag: 9.00 – 17.00 Uhr, 3. Tag: 9.00 – 13.00 Uhr
Ort: Bildungszentrum der AK Wien, 1040 Wien, Theresianumgasse 16-18, Seminarraum 11
Zielgruppe: Betiebsratsmitglieder, die Mitglied der GPA-djp sind und die einen Basiskurs I (Grundkurs) oder die Gewerkschaftsschule absolviert haben.

Seminarziele: Weiterlesen