FAQs zur „Arbeitszeitflexibilisierung“

Die Organisationen der Arbeitgeber, Wirtschaftskammer (WKO) und Industriellenvereinigung IV), nehmen derzeit viel Geld in Hand, um die „Flexibilisierung“ der Arbeitszeit zu bewerben. Mit den Werbekampagnen, sollen die Vorhaben der Regierung zur Änderung des Arbeitszeitgesetzes, die im Wesentlichen die Umsetzung der Programme von WKO und IV, bedeuten unter Titeln wie „moderne Arbeitswelt“, „schöne neue Arbeitswelt“ schön reden. „Flexibilisierung“ setzen die Wirtschaftslobbys dabei schnell „mehr Freiheit“ gleich und behaupten „Freiwilligkeit“ bei Mehrarbeit der Beschäftigten oder auch, dass mit der Ausweitung der Arbeitszeit ein besseres Einkommen zu erwarten wäre. Alleine die Wirtschaftkammer hat sich ihre Kamapagne dazu laut Zeitungsberichten rund 500.000 Euro kosten lassen, um jede Menge Fakenews zu verbreiten – unter anderem per Video (54.000 Euro netto), das in kürzester Zeit so viel Spott von allen Seiten geerntet hat, sodass die Kampagne mittlerweile gestoppt wurde.

Bild: Kontrast.at

Zwar hat es die Regierung vermieden, den Initiativantrag zur Änderung des Arbeitszeitgesetzes in den üblichen parlamentarischen Begutachtungsprozess zu schicken, dennoch gibt es bereits eine Vielzahl an Analysen, die die Behauptungen von Wirtschaftskammer, Industriellenvereinigung und Regierung über die Auswirkungen des Gesetzesvorhabens auf Herz und Nieren prüfen. ExpertInnen der GPA-djp haben das natürlich genauso getan – die Ergebnisse stellen wir im Folgenden als FAQs zu den wichtigsten Punkten zur Verfügung: Weiterlesen

NEIN zum 12-Stunden-Tag

Zurück ins 19. Jahrhundert? Nein zum 12-Stunden-Tag!

Wer über Zeit verfügt, herrscht! Wer an den Schrauben der Arbeitszeit dreht bestimmt über Gesundheit, Freizeit und Einkommen der arbeitenden Menschen. Der überwiegende Großteil der Menschen ist auf Erwerbsarbeit angewiesen, um sein Leben absichern und gestalten zu können. Entsprechend wird Arbeitszeit für Geld eingetauscht. Deshalb war es immer das Bestreben der Arbeitnehmerinnen, Arbeitszeit möglichst zu begrenzen, um Zeit für Familie, Sport, Vereinstätigkeiten, Kultur usw. oder einfach nur Muße zu haben. Und gleichzeitig war es den Arbeiterinnen und Arbeitern immer ein Anliegen, für die Zeit, die sie in der Arbeit verbringen, gute Entlohnung zu erhalten. Immer wieder ist es gelungen, Arbeitszeitregelungen und auch Arbeitszeitverkürzungen politisch zu erkämpfen und damit gesetzlich zu verankern.

Grafik: Welt der Arbeit

„Im 18. Jahrhundert griff der Staat mit dem Verbot von Kinderarbeit erstmals regulativ in die Arbeitsverhältnisse seiner Untertanen ein und machte damit die Lohnarbeiter zum Objekt staatlicher Politik. Davon war auch die Arbeitszeit betroffen. 1885 wurde der elfstündige Maximalarbeitstag in Fabriken eingeführt. Es war der Auftakt einer langen Erfolgsgeschichte der Arbeitszeitverkürzung, deren Meilensteine die Einführung der 48-Stunden-Woche 1919, jene der 40-Stunden-Woche 1975 und die stufenweise Ausweitung des Urlaubsanspruches auf fünf Wochen bis 1986 waren.“ (Franz Astleitner: Der Zwölf-Stunden-Arbeitstag – zurück ins 19. Jahrhundert? Wiener Zeitung 20.02.2017.)

Die Bundesregierung hat am 14.6.2018 einen Initiativantrag zur Änderung des Arbeitszeitgesetzes und des Arbeitsruhegesetzes vorgelegt. Was darin als Arbeitszeitflexibilisierung bezeichnet wird, bedeutet in der betrieblichen Praxis nicht nur die Einführung des 12-Stunden-Tages, sondern bringt für ArbeitnehmerInnen eine Vielzahl von finanziellen und gesundheitsbezogenen Verschlechterungen. „Während bis dato maximal zehn Stunden am Tag gearbeitet werden darf, dürfen künftig auch eine 11. und 12. Stunde (als Überstunde) angeordnet werden. Anstatt 50 Stunden in der Woche, darf der Arbeitgeber 60 Stunden Arbeit verlangen.“ (Susi Haslinger: 12-Stunden-Tag – Mit Vollgas hundert Jahre zurück…, A&W-Blog 15.06.2018.)

Die Märchen der Industriellenvereinigung  Weiterlesen

Freiheit braucht (In)Toleranz!?

„Freiheit braucht (In)Toleranz!?“
Nachdenken über die Bewahrung der Freiheit und ihre Ermöglichung

Aktionsforschungsworkshop am 24. April 2018 von 10:00 bis 13:00 Uhr
PROGES, Fabrikstraße 32, 4020 Linz

Wenn Freiheit etwas ist, das wir wie selbstverständlich für uns in Anspruch nehmen, können wir angesichts aktueller Debatten nicht an der Frage vorbei, wer diesen Freiheitsraum ermöglicht und wodurch dieser gewährleistet wird; und vor allem, wie wir ihn bewahren.

Wir laden ein, in Begegnung und Auseinandersetzung dem Phänomen der Freiheit als soziales Geschehen in Gruppen, Organisationen wie auch bei der Gestaltung öffentlicher Räume nachzugehen.
Basis für das Gespräch ist ein kurzer Text zum Thema Toleranz, der zum Weiterdenken anregt und zu einer gemeinsamen Auseinandersetzung anstiftet:

Forst, Rainer (2012): Toleranz. In: Kirloskar-Steinbach, Monika / Dharampal-Frick, Gita / Friele, Minou (Hrsg.): Die Interkulturalitätsdebatte – Leit- und Streitbegriffe. Freiburg, München: Karl Alber, Seite 231-235.

Der Text wird nach Anmeldung zur Teilnahme am Workshop zugesandt. Wer schon einmal nachschlagen möchte, findet einen ähnlichen Text von Rainer Forst unter folgendem Link: Weiterlesen

Die Initiative „Wie soll Arbeit?“

Wie soll die Arbeit der Zukunft ausschauen? Was wünscht du dir als Arbeitnehmerin oder Arbeitnehmer? Oder als Arbeitsuchende/r oder Karenzierte/r? Was ist gut und muss bleiben? Wo drückt der Schuh? Was darf auf keinen Fall passieren?

Das wüssten wir von der Arbeiterkammer und den Gewerkschaften gerne von dir.

Bitte beantworte ein paar Fragen und sag uns deine Meinung!
Jetzt bei der Umfrage mitmachen!

Weitere Informationen zu dieser Initiative findest du hier.

Arbeit: Wer sucht, der findet?

Tagung: „Wer sucht, der findet? Anpassungsbedarf und Matching am Arbeitsmarkt“

am 12. April 2018, 09:30-13:00 Uhr
im ÖGB Catamaran, Johann-Böhm-Platz 1, 1020 Wien (U2-Station „Donaumarina“)

Bild: Thomas Kreiml, CC BY-NC

Im Rahmen einer gemeinsamen jährlichen Fachtagung (Rückblick: 2014, 2015, 2016, 2017) widmen sich das Forschungsinstitut abif, das AMS Österreich und die GPA-djp Bildungsabteilung aktuellen Entwicklungen in der Arbeitswelt und mit diesen zusammenhängenden Bildungsfragen, insbesondere mit arbeitsmarktpolitischem und betrieblichem Fokus.

Bei der diesjährigen Tagungskooperation widmen wir uns einem aktuellen Thema im Zusammenhang mit aktiver Arbeitsmarktpolitik: den Bedingungen, Mechanismen und Problemstellen des Suchens und Findens von Arbeit im Verhältnis zwischen ArbeitgeberInnen und Erwerbslosen. (Programmdetails siehe unten! Direkt zur Anmeldung mit diesem Link!)

Das Tagungsthema: Matching und Mismatch am Arbeitsmarkt Weiterlesen