„Wie lässt sich Arbeit gut gestalten?“

Und was hat das mit Demokratie zu tun? Sollten Arbeitswelten demokratischer sein? Inwiefern kann Arbeit gerechter gestaltet werden? Wie kann die Arbeit zu einem guten Leben beitragen?

Bild: Thomas Kreiml, CC BY-NC

„Das ist eine komische Geschichte: Wir leben in einer Demokratie. Es gilt das Prinzip ‚Ein Mensch, eine Stimme‘ – außer tagsüber, in den vielen Stunden, die wir am Arbeitsplatz verbringen. In unseren Betrieben und Büros – jedenfalls in den meisten – könnte eigentlich draußen dran stehen: ‚Demokratiefreie Zone‘. Und jeder Vorgesetzte wird wahrscheinlich als Begründung anführen: ‚Man kann nicht ewig quatschen – in der Welt der Wirtschaft muss zügig entschieden werden, denn die Konkurrenz schläft ja nicht.'“

Lisa Herzog, Professorin an der neu eingerichteten Hochschule für Politik München ist da anderer Meinung: „Wir brauchen die Macht der Reflexion am Arbeitsplatz. Auch dort müssen moralische Fragen verhandelt werden. Und das geht natürlich nicht, wenn man sich selbst als ein Rädchen im Getriebe sieht.“ („Wie lässt sich Arbeit gut gestalten?“, WDR 5 Das philosophische Radio, 20.10.2017)

Leben, um zu arbeiten, oder arbeiten, um zu leben?

Ein Hörtipp zu zentralen Fragen rund um den Wert und die Gestaltung von Arbeit heute. Weiterlesen

Working Poor – arm trotz Arbeit

„Wenn Arbeit nicht vor Armut schützt“ lautet der Untertitel der aktuellen Ö1 Radiokolleg-Ausgabe, die wir im Rahmen unserer neuen Reihe „Hörtipp“ hier am Bildungsblog allen LeserInnen, insbesondere aber allen ArbeitnehmerInnen, BetriebsrätInnen und GewerkschafterInnen ans Herz legen möchten.
„Das Schlagwort ‚working poor‘ bezieht sich nicht nur auf Niedriglöhne (wie es in Deutschland schon einige Zeit der Fall ist), sondern generell auf die Verbindung von Erwerbstätigkeit und Armut. Ein Niedriglohn muss nicht gleich Armut bedeuten. Der Begriff ‚working poor‘ kann sich auf einzelne Personen oder auf Haushalte beziehen.“ (Österreichisches Institut für Familienforschung)

Das Phänomen der „Working Poor“ ist eine der problematischsten Auswirkungen der neoliberalen Polit- und Wirtschaftsagenda, die spätestens seit den 1980er Jahren die gesellschaftliche Entwicklung dominiert. „Schon im Jahr vier des Thatcherismus waren 12,5 Prozent der erwerbsfähigen Briten ohne Beschäftigung. Die Chicago Boys hatten auch darauf eine Laboratoriumsantwort: runter mit dem Arbeitslosenentgelt, runter mit dem Mindestlohn, denn eine wahre Marktwirtschaft kennt keine Arbeitslosigkeit – nur zu hohe Lohnkosten. So begann die Geschichte der Working Poor, jener neuen Unterschicht, für die das System die McJobs vorsah, ein dem Geist der Chicago Boys entsprungenes Gespenst, das in seinen vielen Varianten von Prekariat bis Praktikum die Gesellschaft mehr und nachhaltiger verheert hat als alles andere.“ (Wolfgang Weisgram: Sozialdemokratie: Die Mappe des Alfred Dallinger, derStandard.at, 10.01.2015)

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Die Blockchain: nächstes Level der Digitalisierung?

Bild: Day Donaldson, Flickr, CC BY 2.0

Bild: Day Donaldson, Flickr, CC BY 2.0

Derzeit wird „die Digitalisierung“ viel und intensiv in Medien (beispielhaft kürzlich in der Wiener Zeitung), Politik (Bsp.: Digital Roadmap), Wissenschaft und vor allem in der Wirtschaft sowie auch bei uns in Arbeiterkammern und Gewerkschaften diskutiert. Während wir uns mitten im „digitalen Wandel“ befinden und mit schwer abschätzbaren Entwicklungen konfrontiert sind, zeichnet sich am gar nicht so entfernten Horizont bereits die nächste umwälzende Technologie ab: die „Blockchain“. Weiterlesen