„Wie lässt sich Arbeit gut gestalten?“

Und was hat das mit Demokratie zu tun? Sollten Arbeitswelten demokratischer sein? Inwiefern kann Arbeit gerechter gestaltet werden? Wie kann die Arbeit zu einem guten Leben beitragen?

Bild: Thomas Kreiml, CC BY-NC

„Das ist eine komische Geschichte: Wir leben in einer Demokratie. Es gilt das Prinzip ‚Ein Mensch, eine Stimme‘ – außer tagsüber, in den vielen Stunden, die wir am Arbeitsplatz verbringen. In unseren Betrieben und Büros – jedenfalls in den meisten – könnte eigentlich draußen dran stehen: ‚Demokratiefreie Zone‘. Und jeder Vorgesetzte wird wahrscheinlich als Begründung anführen: ‚Man kann nicht ewig quatschen – in der Welt der Wirtschaft muss zügig entschieden werden, denn die Konkurrenz schläft ja nicht.'“

Lisa Herzog, Professorin an der neu eingerichteten Hochschule für Politik München ist da anderer Meinung: „Wir brauchen die Macht der Reflexion am Arbeitsplatz. Auch dort müssen moralische Fragen verhandelt werden. Und das geht natürlich nicht, wenn man sich selbst als ein Rädchen im Getriebe sieht.“ („Wie lässt sich Arbeit gut gestalten?“, WDR 5 Das philosophische Radio, 20.10.2017)

Leben, um zu arbeiten, oder arbeiten, um zu leben?

Ein Hörtipp zu zentralen Fragen rund um den Wert und die Gestaltung von Arbeit heute. Weiterlesen

Nach dem Krankenstand: Wiedereingliedern statt ausmustern (Doku)

Mit 1. Juli ist die Wiedereingliederungsteilzeit nach Langzeitkrankenständen in Kraft getreten. Endlich kommt es zur Umsetzung einer Maßnahme aus dem Regierungsübereinkommens aus 2013.

Ziel dieser Maßnahme ist eine schrittweise Rückkehr in den Arbeitsprozess für Personen, die krankheitsbedingt länger ausgefallen sind. Mit dieser Maßnahme soll die Arbeitsfähigkeit nach Rekonvaleszenz gestärkt und der längere Verbleib im aktiven Erwerbsleben sicher gestellt werden.

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Working Poor – arm trotz Arbeit

„Wenn Arbeit nicht vor Armut schützt“ lautet der Untertitel der aktuellen Ö1 Radiokolleg-Ausgabe, die wir im Rahmen unserer neuen Reihe „Hörtipp“ hier am Bildungsblog allen LeserInnen, insbesondere aber allen ArbeitnehmerInnen, BetriebsrätInnen und GewerkschafterInnen ans Herz legen möchten.
„Das Schlagwort ‚working poor‘ bezieht sich nicht nur auf Niedriglöhne (wie es in Deutschland schon einige Zeit der Fall ist), sondern generell auf die Verbindung von Erwerbstätigkeit und Armut. Ein Niedriglohn muss nicht gleich Armut bedeuten. Der Begriff ‚working poor‘ kann sich auf einzelne Personen oder auf Haushalte beziehen.“ (Österreichisches Institut für Familienforschung)

Das Phänomen der „Working Poor“ ist eine der problematischsten Auswirkungen der neoliberalen Polit- und Wirtschaftsagenda, die spätestens seit den 1980er Jahren die gesellschaftliche Entwicklung dominiert. „Schon im Jahr vier des Thatcherismus waren 12,5 Prozent der erwerbsfähigen Briten ohne Beschäftigung. Die Chicago Boys hatten auch darauf eine Laboratoriumsantwort: runter mit dem Arbeitslosenentgelt, runter mit dem Mindestlohn, denn eine wahre Marktwirtschaft kennt keine Arbeitslosigkeit – nur zu hohe Lohnkosten. So begann die Geschichte der Working Poor, jener neuen Unterschicht, für die das System die McJobs vorsah, ein dem Geist der Chicago Boys entsprungenes Gespenst, das in seinen vielen Varianten von Prekariat bis Praktikum die Gesellschaft mehr und nachhaltiger verheert hat als alles andere.“ (Wolfgang Weisgram: Sozialdemokratie: Die Mappe des Alfred Dallinger, derStandard.at, 10.01.2015)

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Gewerkschaften im (Klima-)Wandel – Zur Zukunft von Arbeit und Ökologie

Konferenz „Gewerkschaften im (Klima-)Wandel – Zur Zukunft von Arbeit und Ökologie“

  • Diskussionsveranstaltung am 07.11.2016, 18:30-20:30 Uhr, VHS Urania, Uraniastraße 1, 1010 Wien
  • Workshop am 08.11.2016, 09:00-17:00 Uhr, ÖGB Catamaran, Riverbox, Johann-Böhm-Platz 1, 1020 Wien

Bild: Deborah Sengl, Foto: Thomas Kreiml

Bild: Deborah Sengl, Foto: Thomas Kreiml

Ökologische Probleme, allen voran der Klimawandel, stellen ein zentrales Feld gesellschaftspolitischer Auseinandersetzungen dar. Die Suche nach technologischen Lösungen verstellt oftmals den Blick darauf, dass ökologische Fragen nicht unabhängig von sozialen Fragen diskutiert werden können. Bei sozialen Fragen geht es jedoch um Interessenpolitik und Machtverhältnisse und hier dürfen die Interessen von ArbeitnehmerInnen nicht außer Acht gelassen werden. Das heißt wiederum, dass Gewerkschaften gefragt sind, sich hinsichtlich ökologischer Probleme zu engagieren und zu Wort zu melden. Da diese aber in den aktuellen politischen und auch wissenschaftlichen Debatten um sozial-ökologische Herausforderungen bislang nur eine untergeordnete Rolle einnehmen, besteht hier Aufholbedarf, und das heißt: Diskussions- und Handlungsbedarf. Weiterlesen

Digitalisierung: Neu? Alt? Jedenfalls interessengeleitet!

Bild: Thomas Kreiml, CC BY-NC

Bild: Thomas Kreiml, CC BY-NC

Permanenter technologischer und sozialer Wandel und die Diskussion darüber

„Digitaler Wandel“, „Digitalisierung“, „Automatisierung“, „Computerisierung“ und „Industrie 4.0“ – seit einiger Zeit ist ein Diskurs im Gange, der uns immer wieder auf diese Schlagworte stoßen lässt, in Medien, in der Politik, im Betrieb, in Aussendungen von ÖGB und Gewerkschaften. Da tut sich etwas in der Gesellschaft, das mit neuen technischen Möglichkeiten, der Vernetzung von Informations- und Kommuikationssystemen, dem Internet zu tun hat, und das wesentliche Bereiche unseres Lebens bereits beeinflusst. „In der Digitalisierung sind wir schon mittendrin“, wie Hubert Eichmann das knapp und treffend in einem aktuellen Interview im Online-Standard formuliert. Dass das so ist, mag nicht jede und jeder in derselben Weise wahrnehmen, aber dennoch hat heute fast jede und jeder das Internet via Handy/Smartphone in der Tasche und nutzt es auch – die einen mehr, die anderen weniger, die einen bewusster, die anderen weniger bewusst. Weiterlesen