Schulschluss! Vorfreude auf Schule?

(c) Knaus Verlag

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Ende Juni. „Zeit für Schulschluss“ werden sich nicht wenige, vor allem SchülerInnen, denken. Kein Wunder, haben sie doch Ferien in Aussicht. Und es stimmt ja: auf Urlaub soll man sich freuen. Nicht umsonst fordert die GPA-djp: „Mehr Urlaub für alle!“
Doch auf die freie Zeit sollte sich jede und jeder so richtig freuen können und nicht nur deswegen, weil es in der Arbeit oder eben in der Schule so mühselig, nervend, langweilig, stressig oder sonstiges ist. Gerade wenn wir über die Schule reden, wo unsere Kinder so viel Zeit verbringen und ihre Weichen für später stellen, indem sie Interessen entwickeln und sowohl Wissen als auch Fähigkeiten erweitern, müssen wir doch vehement fragen: Warum freuen sich viele eigentlich so sehr auf die Ferien? Sollte ihnen die Schule, das Lernen nicht Spaß machen? Sollten sie die Zeit, die sie zu einem großen Teil in ihrer ersten Lebensphase mit Bildung in der Schule verbringen nicht als eine erfüllende, konstruktive und angenehme empfinden? Mit diesen Fragen stehen wir schon mit einem Bein in der Bildungsdebatte.

Diese Debatte wurde gestern (24.06.2014) bei einer Veranstaltung in Kooperation von Arbeiterkammer Wien, Initiative Bildung grenzenlos und Schule im Aufbruch Österreich in der Hauptbücherei Wien einmal anders geführt: am Podium diskutierten ausschließlich Jugendliche.

„Wie wir Schule machen. Lernen, wie es uns gefällt“

Den „Aufschlag“ machen Jamila Tressel, Alma de Zárate, Lara-Luna Ehrenschneider: Die drei Schülerinnen haben sehr konkrete Ideen für einen Unterricht, der alle begeistert – und haben ein Buch darüber geschrieben: „Wie wir Schule machen. Lernen, wie es uns gefällt“.

Denn in „der Bildungsdebatte sind alle zu Wort gekommen – nur die SchülerInnen hat keiner gefragt. Das regt Alma (14), Jamila (15) und Lara-Luna (16) schon lange auf. In ihrem Buch berichten sie, wie sie in ihrer Schule fürs Leben lernen. Ihre Fächer heißen „Herausforderung“ und „Verantwortung“, in sogenannten Lernbüros teilen sie sich ihr Pensum selbst ein – alles innerhalb des Lehrplans. Ein Beispiel des Gelingens, einfach und erfrischend. Die drei Autorinnen und ihre Mitschüler bilden inzwischen Lehrer weiter und machen Mut umzudenken“ (büchereien wien).

Begeistert und interessiert, humorvoll und ernsthaft, kompetent und redegewandt lasen die drei Berliner Schülerinnen der bekannten Evangelischen Schule Berlin Zentrum aus ihrem Buch, „berichteten über ihre außergewöhnliche Schule und diskutierten mit Wiener Schülerinnen und dem Publikum das Thema „Was ist eine gute Schule?“ aus Sicht der Schülerinnen.“ (büchereien wien)

SchülerInnen-Podium

Bei der Veranstaltung wurde ein Audiomitschnitt gemacht, die die Berichte der Schülerinnen, ihre Antworten auf die Fragen der anwesenden Eltern und LehrerInnen sowie die Diskussion können also nachgehört werden – und das Nachhören zahlt sich aus! Wer sich schon einmal Gedanken über eine bessere Schule für seine Kinder gemacht hat, wird das im Anschluss bestätigen können. Die Schilderungen würden sogar zum Schulschluss Vorfreude auf die Schule wecken, wäre nicht die Schulrealität des Großteils der SchülerInnen hierzulande nach wie vor vielfach mit Frust verbunden, nur zwei Beispiele: „Wien: 17 Prozent der Schüler haben einen Fleck“ (heute.at, 25.06.2014), „Nachhilfe: Lernbelastung lässt nicht nach“.

Mit „Wie wir Schule machen“ zeigen uns die Schülerinnen aus Berlin, dass es auch anders geht. Eine „Schule, die glücklich macht“ erfüllt alle Ansprüche an moderne Bildung und ist es Wert, auch hierzulande weiter gefordert zu werden.

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