Buch der Woche 37: Refugees welcome!

refugees welcome In der Serie „Buch der Woche“ des ÖGB Verlag, nimmt die Woche 37 eine besondere Stellung ein. Der übliche Buchtipp wurde aufgrund der aktuellen Ereignisse der zahlreich nach Österreich kommenden Schutzbedürftigen und der in Kürze von der Bevölkerung organisierten Hilfe für die Flüchtlinge zu einem Spendenaufruf umgewandelt. Die Woche 37 ist zwar vorbei, doch die zugespitzte katastrophale Lage der Flüchtlinge besteht insgesamt weiter.

Tausende Flüchtlinge sind mittlerweile in Deutschland angekommen, viele sind aufgrund der verheerenden Verhältnisse in den Kriegsgebieten in Syrien und angrenzenden Gebieten und der katastrophalen politischen Situation in vielen anderen Ländern des nahen und mittleren Ostens nach wie vor mehrheitlich zuerst auf Booten und dann zu Fuß von der Türkei bis Ungarn etc. unterwegs. Es ist auf einige Zeit nicht davon auszugehen, dass es sich hier um einen kurzfristigen Ausnahmezustand handelt, dass also die letzten Tage ein besonders dramatischer Höhepunkt waren, nach dem man nun wieder zu vermeintlich normalen Verhältnissen zurückkehren könnte. Dabei darf vor allem auch nicht vergessen werden, dass sich ähnliche Szenen seit Monaten und Jahren bereits im Mittelmeer, in Griechenland und Italien abspielen („Festung Europa“).

Die Welle der Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung war sowohl in den letzten Monaten (vor allem in Traiskirchen) als auch in der aktuten Situation der letzten Woche an den Bahnhöfen in Wien, Linz und Salzburg sowie am Grenzübergang in Nickelsdorf enorm beeindruckend. Ganz im Sinne des „Buchs der Woche 37“ des Newsletters vom ÖGB Verlag (siehe unten!) wird es gut und notwendig sein, dass sich diese Welle fortsetzt. Als absehbar war, dass Flüchtlinge in Zügen aus Budapest nach Wien und weiter nach Deutschland unterwegs waren, haben immer mehr Freiwillige begonnen, in kürzester Zeit eine Versorgungsstruktur zu organisieren, um den erschöpften Menschen die notwendigste Hilfe so schnell wie möglich zukommen lassen zu können. Alles, was gebraucht wurde und wird, von Verpflegung bis Kleidung und Medikamente und Vieles mehr, brachten und bringen hilfsbereite BürgerInnen zu den Hilfsstationen in den Bahnhöfen.

Solange die Politik nicht an einer Lösung arbeitet, die menschenwürdig auf die aktuellen Entwicklungen reagiert, werden weiter Spenden gebraucht und wird weiter unser zivilgesellschaftliches Engagement notwendig sein gefragt sein. (Man vergleiche hier die Intensität und Vehemmenz der Verhandlungen der EU-Staaten als es darum ging, Griechenland neue Sparauflagen und Privatisierungsmaßnahmen aufzuzwingen. Nichts dergleichen ist in Bezug auf die Flüchtlingskatastrophe zu erkennen, bei der es nicht um Bankenmilliarden, sondern um Menschen geht.) Im Übrigen wurde durch die freiwilligen HelferInnen sichtbar, wie schnelle, effiziente und kompetente Hilfe für bedrohte Menschen, die auf der Flucht sind geleistet werden kann. Hier trat und tritt auch der enorme Kontrast zum Agieren des gewinnorientierten Unternehmens ors service ag aus der Schweiz, das vom Innenministerium mit der Verwaltung des Lagers Traiskirchen beauftragt ist, offen zu Tage.

Hier nun zum „Buch der Woche 37“:

Normalerweise würden wir Ihnen im Rahmen dieses Newsletters eine aktuelle Buch-Neuerscheinung empfehlen. Die Ereignisse der letzten Wochen und Monate haben uns jedoch dazu bewogen, hier eine andere Empfehlung abzugeben: Spenden Sie!

Im folgenden haben wir eine Reihe von Hilfsorganisationen aufgelistet, welche sich der Hilfe von vertriebenen und geflüchteten Menschen widmen. Auch der ÖGB-Verlag möchte einen Beitrag leisten und spendet deshalb Bücher im Wert von 1.500 € an die Wohnhäuser für geflüchtete Jugendliche des Arbeiter-Samariterbundes.

Jeder Mensch hat das Recht, in Sicherheit vor Krieg, Folter und Verfolgung zu leben.

Jeder Mensch hat das Recht auf Asyl sowie eine menschenwürdige Unterbringung und Behandlung.

Als europäische Bürgerinnen und Bürger ist es unsere Aufgabe – nein, unsere moralische Pflicht – Vertriebenen und Flüchtenden zu helfen, sie aufzunehmen, ihnen Schutz zu bieten und ihnen wieder eine Perspektive im Leben zu geben. Egal welcher Religion oder welchem Kulturkreis sie angehören, egal aus welchem Grund sie ihr Heimatland verlassen mussten.

Refugees Welcome!

Im folgenden haben wir eine Reihe von Hilfsorganisationen und Initiativen aufgelistet, welche sich der Hilfe von vertriebenen und flüchtenden Menschen widmen.

Es braucht jetzt, noch viel mehr als sonst, Menschlichkeit und Solidarität, anstelle von Vorurteilen, Hass und Hetze.

Die Menschen, die vor Krieg und Zerstörung, vor Vergewaltigung, Verfolgung, Folter und letztlich vor dem Tod flüchten, sind dankbar.

Foto: Thomas Kreiml

Foto: Thomas Kreiml

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