Bekenntnisse eines Menschenhändlers

Bekenntnisse eines MenschenhändlersÄrmliche, mit Flüchtlingen überladene Fischerboote, abgerissene Gestalten in Auffanglagern prägen unser Bild illegalisieter Migration – dass die Not Zehntausender auch ein äußerst lukratives Geschäft ist, wird uns dagegen kaum bewusst. Tatsächlich steht hinter den Menschenströmen, die jedes Jahr nach Europa gelangen, ein riesiges Netzwerk von Schleppern und Schleusern, aber auch hochprofessionellen Geschäftsleuten, denn mit dem illegalen Grenzübertritt lassen sich Milliarden verdienen, kaum weniger als im Drogengeschäft.

Andrea DiNicola und Giampaolo Musumeci, die Autoren des Bandes, haben entlang der Hauptrouten illegalisierter Migration recherchiert und lassen die neuen Menschenhändler selbst sprechen.

Besonders interessant und aktuell sind auch ihre Einschätzungen der politischen Reaktionen in den europäischen Staaten, die Giampaolo Musumeci in der aktuellen, sehr hörenswerten Ausgabe der Bayern 2-Radiosendung Zündfunk Generator vom 17.01.2016 mit dem Titel „Das Konzept ‚Grenze‘. Bis hierher und nicht weiter?“ auf den Punkt bringt:

„Jede Mauer, jeder Grenzzaun spült nur mehr Geld in die Taschen krimineller Vereinigungen. Ein Zaun oder eine Mauer wird den Zuzug von Flüchtlingen nicht verhindern. Die Menschen sind entschlossen nach Europa zu kommen. Mauern und Zäune machen die Reise nur länger, gefährlicher und teurer. Jedes Mal, wenn eine Grenze dicht gemacht wird, bedeutet das, dass die Menschen andere Grenzen überqueren müssen und das bringt noch mehr Schlepper ins Spiel, die an jeder Grenze 500 Euro kassieren. Wir sprechen hier über das zweitgrößte illegale Geschäftsfeld der Welt nach dem Drogenhandel. Und Europa unternimmt gerade alles, um dieses Business zu fördern.“ (Giampaolo Musumeci in: Zündfunk Generator vom 17.01.2016, „Das Konzept ‚Grenze‘. Bis hierher und nicht weiter?“ Manuskript, Seite 18.)

Bekenntnisse eines Menschenhändlers
Autoren/Herausgeber: Giampaolo Musumeci, Andrea Di Nicola
Verlag: Kunstmann 2015
ISBN: 9783956140297
Seitenzahl: 206

Print Friendly, PDF & Email

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.