Museumsbesuch „Das Rote Wien 1919-1934“ (Doku)

Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums des Roten Wien zeigt das MUSA (Wien Museum) eine Ausstellung zum umfassenden gesellschaftlichen Entwicklungsprojekt im Wien der Zwischenkriegszeit. Vor dem Hintergrund der katastrophalen Situation nach dem Ersten Weltkrieg zielte die sozialdemokratische Wiener Gemeinderegierung auf eine Verbesserung der Lebensbedingungen der ArbeiterInnen gleichsam wie auf eine umfassende Demokratisierung der Gesellschaft.

Als GPA-djp Bildungsabteilung organisierten wir im Oktober und November 2019 mehrere Führungen durch die Ausstellung.

  • In einem großen Raum deckt die Ausstellung gewissermaßen als „Basiskurs ins Rote Wien“ die bekannten Themen – Wohnen, Gesundheit und Bildung – ab.
  • Darüber hinaus werden auch oft marginalisierte Aspekte, wie etwa die Frauen- oder Kulturpolitik beleuchtet.

Im Zuge der Führung gaben die KuratorInnen der Ausstellung Elke Wikidal und Werner Michael Schwarz Einblick in die Idee der Ausstellung:

  • Das Rote Wien soll als „Möglichkeitsraum“ dargestellt werden.
  • In der Aufbruchsstimmung der Zeit wurden viele progressive Ideen diskutiert, in Teilen umgesetzt und gleichzeitig von kontroversen Debatten begleitet.
  • Ein Beispiel dafür sind unterschiedliche Vorstellungen über eine fortschrittliche Wohnpolitik: Während die Siedlerbewegung eine kleinräumige und individualistische Bauweise propagierte, dominierten die von der Gemeinde Wien favorisierten zentralen Blockbauten.

Im Anschluss gab es neben der Möglichkeit zum „Stöbern“ im umfangreichen „Angebot zum politischen Buch“ auch die Gelegenheit zur Nachbesprechung des Ausstellungsbesuches in der Fachbuchhandlung des ÖGB-Verlags. Im Fokus der Diskussionen:

  • Zum einen die Einsicht, wie sehr die Politik des ‚Roten Wien‘ nach wie vor für die hohe Lebensqualität der Stadt verantwortlich ist.
  • Zum anderen die Erkenntnis, dass nicht alle Forderungen der damaligen Zeit erreicht werden konnten bzw. später – unter geänderten politischen Verhältnissen – wieder zurückgenommen wurden.
  • Und die Tatsache, dass nicht wenige Fragen, wie etwa gerechtes Wohnen, integrative Bildungspolitik und aktive Gleichstellungspolitik bis heute aktuell sind und mitunter kontrovers diskutiert werden.
  • Dazu zählt auch der Kampf für die Gesamtschule und um die Trennung von Schule und Kirche.

Die Ausstellung ist noch bis 19. Jänner 2020 zu sehen. Eine Empfehlung, für alle politisch Interessierten bei ihrem Besuch in Wien!

Nähere Information: unter diesem Link

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