Fotoworkshop: Mit dem Objektiv in die Gesellschaft blicken (WS)

Wir nutzen die Kraft der Bilder, um Widersprüche in unserer Gesellschaft festzuhalten.

Worum geht’s: Brennende Gewerkschaftsthemen wie „Arm und Reich“, „35-Stunden-Woche und 12-Stunden-Tag“, „Prekäre Arbeit“ oder etwa „Obdachlosigkeit versus Luxuswohnungen“ durch die Perspektive einer Kamera betrachten.

Wir versuchen an diesem Tag Impressionen zu diesen Themen zu sammeln, sie sichtbar zu machen und darzustellen. Wir öffnen unseren Blick auf die gewerkschaftliche Dimension der Themen.  Ein gesellschaftspolitischer Beitrag mit Bildern.

„Ich habe keine besonderen Begabungen, sondern bin nur leidenschaftlich neugierig.“
Albert Einstein

Termin: 07. Oktober 2020 von 09:00 bis 17:00 Uhr
Ort: GPA-djp, Alfred Dallinger Platz 1, 1030 Wien, Seminarraum 3K4/3K3 im 3. Stock
Zielgruppe: BetriebsrätInnen, die Mitglieder der GPA-djp sind

In diesem Workshop arbeiten wir mit mehreren Teams. Du wählst aus mehreren Angeboten jenes Thema aus, das du fotografisch erkunden willst. Wir zeigen dir Methoden der inhaltlichen Aufbereitung, der Motivauswahl und wie du deine Botschaften, die du erblickt und fotografiert hast, dokumentierst.

Es gibt Tipps zum Fotografieren und was dabei im öffentlichen Raum beachtet werden muss. Jedes Team gestaltet ein Bild, eine Collage oder Dokumentation, die bei einer Vernissage in der GPA-djp zu einem späteren Zeitpunkt gezeigt werden.

Teilnahmevoraussetzung: Eigene Kamera oder Handy mit Kamera

Seminarziele: Weiterlesen

Zum Nachdenken: Gewerkschaftspolitische Überlegungen zur Corona-Krise

von Wolfgang Greif, Leiter der Bildungsabteilung in der GPA-djp

1.) Zur Rolle der Gewerkschaften in und nach der Corona-Krise: kurzfristige Krisenfeuerwehr
oder nachhaltiges Revival?

Die Corona-Pandemie ist ohne Zweifel eine Ausnahmesituation von historischer Dimension mit derzeit kaum abzuschätzenden sozialen, wirtschaftlichen und politischen Folgen. Die aktuellen Umbrüche werden auch nicht ohne Wirkung für die Gewerkschaften bleiben.

Zwar kehrt im Klima des Corona-bedingten ‚nationalen Schulterschlusses‘ die vor gar nicht allzu langer Zeit von Schwarz/Blau regierungsamtlich zum Abschuss freigegebene Sozialpartnerschaft wieder in die politische Arena zurück. Als Krisenfeuerwehr sind Gewerkschaften v.a. am Arbeitsmarkt in der wirtschaftlichen und sozialen Krise in Wirtschaft und Politik rasch anerkannt. Doch vor früher Euphorie sei gewarnt: Gewerkschaftliche Gegenmacht ist demgegenüber ‚virusbedingt‘ derzeit weitgehend eingefroren und bei so manchen wohl auch weniger geschätzt.

In welche Richtung das ‚post-coronale‘ Pendel ausschlagen wird, das wird sich ganz wesentlich nach Corona entscheiden, im anstehenden Wiederaufbau- und Restrukturierungsprozess. Hier wird sich zeigen, ob die Zusammenarbeit zwischen Gewerkschaft, Wirtschaft und Regierung in der Krise auch ‚am Tag danach‘ überlebt: bei der Schuldentilgung, in der Steuerpolitik, bei den kommenden Gehaltsrunden, bei der Absicherung Arbeitsloser, bei der Mitgestaltung betrieblicher Arbeitswelten und vor allem auch bei den heftigen Verteilungsdebatten, wenn es um die Frage geht: wer all die Rettungspakete bezahlen soll. Weiterlesen